Seit Anfang 2015 ist Peter Fessler Gast-Solist auf der Tour: Till Brönner Orchestra mit „The Movie Album“ und „The Art Of Melancholy“.

Till Brönner Orchestra „The Movie Album“:

Till Brönner spielte mit seinem Orchester Filmmusik und Klassiker im Big-Band-Style und mit dem Sänger und Gitarristen Peter Fessler als Bühnengast, widmet sich Brönner der brasilianischen Musik und natürlich auch dem „Girl From Ipanema“.

Peter Fessler-Till-Broenner„The Movie Album“ heißt denn auch die Show, mit der der Musiker und sein 20-köpfiges Till Brönner Orchestra am Sonntagabend vor rund 2100 Besuchern im Tempodrom auftritt. Doch wer gekommen ist, um Kinohits von „As Time Goes By“ aus „Casablanca“ bis „My Heart Will Go On“ aus „Titanic“ zu hören, tat besser daran, sich im Foyer die CD zu besorgen. Denn so sehr sich Till Brönner auch dem Popgeschäft angenähert hat – das Spiel Ich-habe-eine-neue-Platte-und-die-spiele-ich-euch-jetzt-vor macht er nicht mit. Da weiß er mit solch einem großartigen Ensemble im Rücken besseres anzufangen.

LED-Blenden sorgen für leuchtende Showeffekte. Das Bühnenbild ist dem Anlass entsprechend sehr statisch. So viele Musiker wollen nun mal ihren Sitzplatz haben. Rechts die Bläser, links das Streicherensemble, dazwischen Keyboards, Piano und Rhythmusgruppe. Mit David Haynes und Tobias Backhaus gehören gleich zwei Schlagzeuger zum Ensemble, dazu thront noch Perkussionist Topo Gioja in der Bühnenmitte. LED-Blenden vor den Musikern sorgen für leuchtende Showeffekte. Der Classic-Open-Air-Veranstalter Gerhard Kämpfe hat den Abend inszeniert, Flötist und Saxofonist Magnus Lindgren ist musikalischer Leiter des Orchesters.

Ein Tusch gleich zur Ouvertüre: mit einem Las-Vegas-gerechten Big-Band-Intro kündigt die markante Stimme von Drummer Haynes den Star des Abends an: „Ladies and Gentlemen, please welcome: Till Brönner!“ Unter Jubel erscheint der Trompeter, der mit Vorliebe Flügelhorn spielt, und soliert elektronisch verfremdet zu Deodatos Funk-Version von Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“. Immerhin ein Stück, das in der Version der Wiener Philharmoniker Titelthema von Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ war. Das Orchester wuchtet einen mächtigen Groove ins Tempodrom, Blech- und Holzbläser errichten eine Wand aus Sound. Es wird ein Abend der Überraschungen.

Mit dem Sänger und Gitarristen Peter Fessler als Bühnengast widmet sich Brönner der brasilianischen Musik und natürlich auch dem „Girl From Ipanema“. Fessler hatte in den 80er-Jahren mit Trio Rio den Hit „New York-Rio-Tokyo“ gelandet. Den wird er nach Pause im Big-Band-Arrangement auch noch singen. Der Wiedererkennungswert im Publikum ist groß. Wie groß Till Brönners Auslegung des Jazz-Begriffs ist, bekommt man am Ende dieser Show zu hören. Er sei stolz darauf, dass der älteste Jazzmusiker ein Deutscher sei, sagt er und spielt als Dreingabe Johann Sebastian Bachs „Air in G“.

Till_Broenner
Till Brönner ist einer, der polarisiert. Einer, der die Tradition wahrt und für die Gegenwart aufbereitet. Damit verstört er die Verfechter der reinen Jazz-Lehre immer wieder aufs Neue. Aber er bringt, auch wenn er dabei ein wenig zu oft auf den Weichspülgang schaltet, einem Publikum, das selten einen Jazzclub von innen gesehen hat, ohne erhobenen Zeigefinger die improvisierte Musik nahe. Und bietet drei Stunden lang bestes Entertainment.

Quelle:  http://www.morgenpost.de/